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Interview mit Luisman


Luisman ist aus Deutschland auf die Philippinen ausgewandert und bloggt aus libertärer Perspektive über Anti-Feminismus, Gesellschaft und Politik. Außerdem vernetzt und rebloggt er andere Blogger auf nichtlinkeblogs.wordpress.com.

Im Folgenden meine 15 Fragen und Luismans Antworten.

 

 

1. Du hast Deutschland vor einiger Zeit den Rücken gekehrt und bist in die Philippinen ausgewandert. Was waren deine Gründe für diesen Schritt?

 

Das war eigentlich lange in Planung, so etwa seit den frühen 90'ern, als ich die ersten Male in Südost-Asien und den Philippinen war. Erst so mit Ende 30/Anfang 40 wurde mir bewusst, dass es jetzt „Zeit wird“. In dieser Zeit (Anfang der Nuller Jahre) fingen auch die Initiativen an, Frauen ums Verrecken in höhere Positionen zu hieven, selbst wenn sie völlig unqualifiziert waren. Ein weiterer Anlass war auch noch meine, eigentlich seit Jahren schon fällige, Scheidung. Die einzig sinnvolle Strategie war, wie z.B. Detlef Bräunig in seinem Blog Männermagazin ausführlich beschreibt, in der BRD „alles an die Wand zu klatschen“ und schlussendlich auszuwandern. Doch das finanzielle Polster war noch nicht groß genug, weshalb ich mich auf eine Auslandsstelle bewarb und ein paar Jahre in China zubrachte. Von dort ging ich dann direkt in die Philippinen.

 

In Kürze: Die feministische Machtergreifung, die immer steigende Abgabenlast, das absurde Scheidungsrecht, waren die Hauptursachen weg zu gehen. Die Gründe für die Philippinen als Standort waren, dass ich das Land seit über 20 Jahren kannte, man mit Englisch dort überall durch kommt, die Lebenshaltungskosten gering sind, und (bis Duterte, aktueller Präsident der Philippinen) eigentlich nichts wirklich verboten war.

 

 

2. Gibt es eine deutsche Community auf den Philippinen und wie sieht diese aus? Was ist typisch Ex-Pats bzw. Deutsche im Ausland?

 

Es gibt diverse Internetforen, über die man sich orientieren kann, in welchen Standorten relativ viele Expats u/o Deutschsprachige leben. Während z.B. in China und den USA die Expats zum Großteil im mittleren/höheren Management internationaler Firmen arbeiten, ist das in den Philippinen nicht so (außer z.T. in Manila). Es gibt, ähnlich wie in Thailand, ziemlich viele 'Aussteiger', die mehr oder weniger auf Sozialhilfeniveau dahin-vegetieren, sich mit illegalen Jobs über Wasser halten, oder ahnungslosen Neulingen „helfen ihr Geld auszugeben“. Also man sollte schon sorgfältig auswählen, mit wem man sich abgibt und wen man eher meidet. Eine deutsche Community, wie sie in den USA oder Südamerika eher üblich ist, gibt es hier nicht wirklich. Es finden sich eher so die Altersklassen zusammen, und da jeder Englisch spricht ist das meist nicht auf Deutsche beschränkt. In Bars, Restaurants, Hotels mit deutschem Management finden sich eben öfters deutsche Expats ein. In Angeles City zum Beispiel sind wohl über 2/3 der Expats Rentner oder Frührentner.

 

 

3. Wie siehst du das philippinische Staatswesen und die philippinische Gesellschaft im Vergleich zu Deutschland?

 

Fast vollständig korrupt, von wenigen Oligarchen-Familien kontrolliert. Die Stimmen für die Wahlen werden i.d.R. gekauft, und die gewählten Politiker schauen erst mal darauf, diese Ausgaben wieder hereinzuholen. Verwaltungsprozesse können sich über viele Jahre hinziehen und müssen regelmäßig mit Schmiergeldern wiederbelebt werden. Das selbe gilt für die Gerichte. Mit Duterte wurde, überraschend und zum ersten Mal, ein Populist gewählt, der sich allerdings oft wie ein Diktator aufführt und seine Gegner mit Polizeiaktionen bedroht. Ich habe auch meine Zweifel, ob eine Bevölkerung mit Durchschnitts-IQ von ca. 86 überhaupt demokratisch regiert werden kann. Im lokalen Bereich hat das aber seine Vorteile. Wenn man die Dorfvorsteher (barangay captains) kennt und mit denen anständig umgeht, geht alles schnell und reibungslos. Falls nicht, sucht man sich besser ein anderes Dorf bzw. einen anderen Stadtteil.

 

Im Vergleich mit Deutschland? Ich würde sagen, die Philippinen versuchen sich langsam den internationalen und westlichen Standards anzupassen, während sich die BRD in Richtung 3. Welt Niveau bewegt. Die Einstellung gegenüber Ausländern ist überwiegend freundlich und neugierig, auch aus einem gewissen Minderwertigkeitskomplex heraus (die haben Geld, wir sind arm). Das Rechtssystem ist kaum funktional, schleppend, teuer und korrupt. Deshalb wird hier alles vor einem Kauf oder Vertragsabschluss doppelt und dreifach geprüft, so dass niemand in die Verlegenheit kommt jemals einen Anwalt beauftragen zu müssen. Das hat durchaus seine Vorteile, wenn man die Zeit hat, wie ich und viele andere hier.

 

 

4. Was glaubst du, wie Deutschland und Europa in 2030 aussehen werden?

 

Ich schätze den Anteil der Nicht-Europäer, die dann in (West)Europa leben auf knapp 30% ein. Ob eine Währungsreform bis dahin stattfindet ist ungewiss, aber die Rentensysteme werden dann anfangen endgültig zusammenbrechen. Es werden weiterhin jährlich hunderttausende gut ausgebildete Leute auswandern. Was dann passiert ist Spekulation:

 

"We will not go quietly into the night!

We will not vanish without a fight!

We're going to live on! We're going to survive!

Today, we celebrate our Independence Day!"

 

Aus dem Film 'Independence Day'. Vielleicht wird es einen Bürgerkrieg geben, vielleicht werden die Deutschen einfach so friedlich vor sich hin sterben. Ich weiß es nicht, habe aber keinen Anlass zu Optimismus.

 

 

5. Und die Philippinen?

 

Hier wird immer mehr Infrastruktur gebaut, auch wenn viel Geld aus den Investitionen in politische Geldbeutel fließt. Die Bodenschätze wurden wegen der feudalistischen Oligarchie nie wirklich ausgebeutet. Das Potential ist da, die Korruption ist das Bremspedal. Es kommt also darauf an, ob nach Duterte wieder einer der Oligarchen an die Macht kommt, oder ein weiterer Reformer. In den Dörfern, auf dem Land, hat sich seit Jahrzehnten praktisch gar nichts geändert. Aber die Mittelklasse, die in den Städten wächst, schlägt sich ganz gut.

 

 

6. Du bloggst ja viel über politische Themen, auch spezifisch für Deutschland. Warum hängst du noch so an deiner alten Heimat?

 

Ich hänge immer weniger an meiner alten Heimat. Wenn, dann vor allem sprachlich, denn ich hatte schon Phasen, in denen ich gewisse deutsche Begriffe wirklich vergessen hatte, weil ich sie nur noch auf Englisch benutzte. Vor 10-15 Jahren hatte ich vielleicht noch die Hoffnung, dass die Politik sich berappelt und endlich vom Sozialismus wegführt. Genau das Gegenteil ist eingetreten.

 

Vor einigen Jahren hatte ich dem Detlef Bräunig (https://das-maennermagazin.com) einen Gastartikel angeboten, da die Kommentatoren dort sich nur noch selbst bemitleidet haben, weil die „bösen Frauen“ ihnen das Leben versauen. Kurz danach fing ich meinen eigenen Blog an, der sich mit Anti-Feminismus und möglichen Wegen zur Selbstbefreiung beschäftigte. Nach wenigen Artikeln fiel mir auf, dass der Feminismus ja auch nur ein Symptom von vielen anderen ist, welches zwar bejammert, aber nicht erfolgreich bekämpft wird. Danach wollte ich tiefer graben, Ursachenforschung betreiben, und auf die Suche nach Auswegen gehen, die nicht nur ich persönlich durchziehen kann, sondern eine Mehrheit der Deutschen. Auf meinen Blog greifen auch immer mehr im Ausland lebende Deutsche zu, die wohl aus ähnlichen Gründen ausgewandert sind.

 

Dass ich viel auf deutsch schreibe hat also damit zu tun, dass ich die Sprache nicht völlig vergessen will. Ich versuche möglichst wenig über Tagespolitik zu schreiben, und mehr über die philosophischen Grundlagen des Zerfalls, die markt-philosophischen Gegebenheiten und ewigen Wahrheiten. Ein bisschen Wehmut ist sicher dabei, wenn man sich erst mal seinem Heimatland entfremdet und es danach zugrunde gehen sieht.

 

 

7. Wie würdest deine politische Haltung zusammenfassen?

 

Libertär oder Klassisch Liberal. Die Grundlagen dazu hat John Locke geliefert. Ich habe den Libertarismus schon in einem langen Artikel beschrieben:

 

https://luismanblog.wordpress.com/2018/10/01/wir-sind-mehr-die-demokratie-mafia/

 

der mit dem Satz endet: Ein Staat, der dir dein Eigentum wegnimmt, anstatt es zu schützen, hat sein Hauptziel komplett verfehlt.

 

 

8. Wie würdest du einem jungen Mann, den du fördern möchtest, „das System Deutschland“ erklären?

 

Als General Manager habe ich immer die Leute gefördert, die ich in Zukunft als meine Chefs akzeptiert hätte, oder zumindest als meine Nachfolger. Das meinst du aber wohl nicht?

 

Das „System Deutschland“ bietet immer noch einiges, was man in anderen Ländern vergebens sucht. Vor allem sind das sehr gute Ausbildungen im Handwerk und in den MINT Fächern der Universitäten, die nahezu weltweit akzeptiert werden. Die BRD hat immer noch exzellente Meister und Technologiefirmen, die Weltklasse sind. Es macht ggf. auch Sinn, die ersten drei Berufsjahre in der BRD zuzubringen, denn mit der Ausbildung hat man noch lange keine Berufserfahrung. In diesen Anfängerjahren sollte man sich fordern lassen, d.h. man drängt darauf bei den schwierigen, herausfordernden Projekten mit dabei zu sein. Danach würde ich jedem empfehlen ins Ausland zu gehen – entweder als Expat (d.h. vom deutschen Arbeitgeber entsandt), oder z.B. während eines Urlaubs einfach mal selbst bewerben. Diese Erfahrung geht einem nie verloren und man lernt das „Traumland“ gut genug kennen, um vielleicht später eine Ausreise zu planen.

 

Für jene die in Deutschland bleiben möchten, wäre die Empfehlung sich entweder baldigst selbständig zu machen, oder zumindest ein selbständiges 2. Standbein aufzubauen (z.B. wie du das mit Immobilien machst).

 

 

9. Wie würde deine Utopie, deine Ideal-Gesellschaft, aussehen?

 

Wie oben schon beschrieben, wäre dieses Land libertär. Der Staat erfüllt nur seine Basisaufgaben, wie Militär, Polizei, Rechtspflege und den Schutz des Einzelnen vor Monopolisten. Eine Gesellschaft die Gewalt nur anwenden will, wenn Einzelne Gewalt anwenden, dann aber sehr konsequent. Eine Gesellschaft, in der ein Vertrag zwischen 2 Parteien etwas zählt, und nicht von Juristen zerpflückt und aufgehoben wird. Eine Gesellschaft in der Kooperation und Solidarität überhaupt erst gedeihen kann, weil sie freiwillig ist. Ein Land welches seinen Menschen früh beibringt, wie man immer wieder nach Freiheit und zugleich Verantwortung strebt.

 

Ein ideales Parlament würde sich in philosophischen Diskussionen ergehen, weil die Politiker meist rein gar nichts zu tun haben. Schluss mit den Verboten, Regulierungen, den hunderten von Steuern und Abgaben, zigtausenden von Vorschriften, dem Umverteilen des Geldes welches dem Bürger vorher unter Gewaltandrohung weggenommen wurde. Eine gewählte Regierung darf und muss nur das wenige tun, was in einer sagen wir 3-seitigen Verfassung mit 10 Paragraphen festgelegt wurde. Dazu muss die Regierung alle notwendigen Rechte haben, um schnell zu reagieren, und muss in die Pflicht genommen werden (jede einzelne Person in der Regierung), wenn sie ihre Aufgabe nicht erledigt. Auf dieser Basis wäre eine demokratische Aristokratie möglich, die gewählt wird weil sie die Fähigsten sind, nicht die Beliebtesten.

 

 

10. Was ist aus deiner Sicht derzeit die größte Gefahr für die Freiheit in Deutschland?

 

Die Deutschen selbst. Seit Jahrzehnten werden immer wieder die selben Parteien gewählt, welche Freiheiten fortwährend einschränken. Zwangsabgaben in Höhe von ca. 70% für den Normalbürger stellen keine wirtschaftliche Freiheit mehr dar. Gibt es noch die Möglichkeit zu sagen „Ich arbeite 20-25 Jahre volle Pulle und lasse mich dann als Rentier nieder.“, so wie ich das noch machen konnte? Ich denke die Chancen sind inzwischen sehr gering.

 

Meinungsfreiheit, die ich in Publikationsfreiheit umtaufen würde, wird inzwischen stark eingeschränkt. Ich begrüße gegenteilige Meinungen in meinem Blog, wenn sie „Hand und Fuß“ haben (bloße Beleidigungen und sinnloses Gepolter lösche ich), denn ich habe ggf. die Chance etwas daraus zu lernen. Die völlige Realitätsverweigerung und der Haltungs-Journalismus der deutschen Medien ist für mich ziemlich unverständlich. Ich kann mich überhaupt nicht in solche Leute hineinversetzen, die täglich in der Öffentlichkeit stehen und unverfroren, offensichtlich lügen. So was könnte ich keine 3 Tage durchhalten, selbst wenn mir Millionen geboten würden.

 

Zuletzt wird die Demographie entscheiden, ob es Deutschland als Land der Deutschen mit oder ohne Freiheiten in einigen Jahrzehnten überhaupt noch gibt. Der Islam, den Feministinnen und Linke für ihrer phantastische „Revolution“ gerne ausnutzen würden, hat in vielen Ländern schon gezeigt, dass er weiß wie er gewinnt. Denen ist auch gleich ob sie dafür Jahre oder Jahrhunderte brauchen.

 

Das Demokratieverständnis der Deutschen ist m.E. fehlgeleitet, was auch durch die schulische Indoktrination befördert wird. Die meisten haben die Vorstellung, dass sie alle paar Jahre mal so einen Wahlzettel in eine Lottobox einwerfen, und wenn ihr Politiker gewinnt, dann könnten sie sich ihren Gewinn beim nächstgelegenen Rathaus abholen. Viele gehen mit der Demokratie und dem Staat so um, als handele es sich um einen wundersamen Spielautomaten. Für die ist der demokratische Staat wie etwas Außerirdisches, ein Gott den man anbeten oder von dem man etwas erbitten kann, etwas was mit ihnen als Mensch gar nichts zu tun hat. Demokratie funktioniert nur, wenn sich alle daran beteiligen, mitdiskutieren, ihren Unmut äußern können, Lösungen vorschlagen. Die hohe Nichtwähler-Quote, die sehr wenigen und oft völlig unqualifizierten Leute, die sich aktiv in die Politik wagen, sind aus meiner Sicht klare Anzeichen, dass diese Demokratie einfach nicht funktioniert und im Grunde abgelehnt wird.

 

Ist der Slogan „Wir sind das Volk“ so zu verstehen, dass das Schul-Verständnis von Demokratie von diesen gewählten Volksvertretern bitteschön eingehalten werden soll? Aus der Position des Untertanen heraus, der sich nur beklagen kann, aber nichts tun kann? Würden die, bei einem aufgeklärten, nicht duckmäuserischen Verständnis von Demokratie, nicht hinzufügen wollen „Wir sind der Staat“? Wie ich in einigen Blogartikel schon schrieb, halte ich Deutschland nicht für eine Demokratie, sondern für eine Oligarchie, die sich alle paar Jahre, unter Zuhilfenahme der Staatsmedien, von einer Ochlokratie im Amt bestätigen lässt. Wie Polybius und Aristoteles schon schrieben, ist Oligarchie die verkommene Form der Aristokratie und Ochlokratie die verkommene Form der Demokratie.

 

 

11. Welche drei Bücher sollten Männer, bzw. Jungs die mal welche werden möchten, am besten schon in der Schule lesen?

 

A.) „Der Archipel Gulag“ von Alexander Solschenizyn – Das Lesen der drei Bände oder der gekürzten Gesamtausgabe macht keinen Spaß. An vielen Stellen läuft es einem eiskalt den Rücken herunter, angesichts der menschlichen Bösartigkeiten. Der Haupteffekt ist jedoch, dass jeder Leser den nationalen, sowie den internationalen Sozialismus vehement ablehnen wird. Wer das Lesen dieses Buchs nicht länger erträgt kann ggf. auf „Der Prozess“ von Franz Kafka ausweichen.

 

B.) Mindestens drei der großen literarischen Werke des 20. Jahrhunderts. Hemingway liest sich leicht, James Joyce schwer, Marquez muss man 3 mal lesen. Orwell und Huxley sollte man wirklich gelesen haben. Sartre und Brecht muss man sich nicht unbedingt antun. Der Sinn und Zweck ist durch dieses Lesen einen Sprachschatz zu erwerben, der einem ein gewisses Maß an Eloquenz ermöglicht, ein Eintauchen in Lebensphilosophien, die einem vielleicht bisher fremd waren. Mich auf nur eines festzulegen fällt mir schwer – ich habe ca. 600 Bücher hier herumstehen (90% auf Englisch).

 

C.) Die Bibel. Auch als Atheist oder Nicht-Christ. Man versteht viele Redewendungen, viel Kultur und Kunst einfach gar nicht, wenn man die wichtigsten Geschichten der Bibel nicht kennt. Auch als gläubiger Christ sollte man das alte und neue Testament mal als reines Geschichtenbuch, wie einen Roman lesen, nicht so dogmatisch vernagelt, wie das manche fordern. Danach und als Ergänzung bietet sich an eines der bekannten Werke über den Buddhismus zu lesen (egal ob Theravada, Mayahana oder Zen).

 

 

12. In deinem Artikel „Liebe Omas“ schreibst du: „Jetzt merken viele, dass sie jahrelang viel zu tolerant waren. Die Männer ließen sich in Werbespots beleidigen und in Filmen großteils als dämliche Dackel darstellen. Mütter, die sich ausschließlich um ihre Kinder kümmern wollen, in einer traditionellen Familie, wurden zur zweitklassigen Frau abgestuft (weil die erstklassige Frau natürlich Karriere macht). Irgendwelche Buchstabenmenschen kommen in die Schulen und Kindergärten, wo sie für ihre ganz speziellen Sexpraktiken Werbung machen. Und so weiter. Wenn man gegen solche kleinen Schweinereien nicht gleich und bestimmt vorgeht, dann staut sich eben mit der Zeit so ein Grummeln an, und bricht dann zu einem rein zufälligen Zeitpunkt in tosendes Gebrüll aus. Es geht bei dem Shitstorm nicht speziell um die Umweltsau, sondern und die Dauer-Dröhnung an Beleidigungen, die wir viel zu lange über uns ergehen liesen. Es ist so ein: „Jetzt ist aber genug ihr Arschlöcher!“. –Werden wir bald eine bürgerliche Revolution erleben und gibt es in 5 Jahren noch den öffentlichen Raubfunk?

 

Wie oben schon angesprochen ist das Spekulation, wobei ich keinen Grund zum Optimismus sehe. Selbst wenn die AfD mal bundesweit über 30% käme, wird sich nichts grundlegendes ändern. Es gibt eine klare Mehrheit in Deutschland, die ihre „sozialen Errungenschaften“ (aka Staatsschmarotzertum) eisern verteidigen wird, bis nichts mehr geht. Der Anteil der Rentner wird in den nächsten 10 Jahren massiv steigen und die werden den wählen, der ihnen sichere Renten verspricht. Dazu kommen die vielen 'Diplom-Arbeitslosen', die auch nur mit Staatsgeld leben können. Also nein, ich sehe nur ein langsames Dahindämmern als wahrscheinlichste Zukunft, trotz meines spekulativen Bürgerkriegs-Artikels.

 

 

13. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Kulturmarxismus und der Darstellung von Männern als „dämliche Dackel“? Welchen und wie funktioniert dieser Mechanismus?

 

Ich weiß, das Wort Kulturmarxismus wird kritisiert, aber ich nutze es gerne, um Leute zu „triggern“. Das Bösartigste der Sozialphilosophen der Frankfurter Schule war die ganz beabsichtigte Zerstörung der traditionellen Familie. Deren Begründung, Männer und Väter als Schlechtmenschen zu definieren, ist haarsträubend (Adorno: „Die autoritäre Persönlichkeit“, 1950 ). Die zweite Welle des Feminismus hat das aufgegriffen. Sozialisten und Marxisten verneinen den Zusammenhang, aber ich habe die Zitate und Quellen für die Kooperation von insbesondere Marcuse und feministischen Galionsfiguren seiner Zeit in einem Artikel benannt:

 

https://luismanblog.wordpress.com/2016/01/30/the-truth-about-cultural-marxism-with-proof/

 

und zuvor hier:

 

https://luismanblog.wordpress.com/2016/01/23/feminism-and-cultural-marxism/

 

Durch den schnellen wirtschaftlichen Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg ist in Deutschland eine Generation (meine, die sog. Babyboomer) aufgewachsen, für die alles immer nur aufwärts ging. Mehr Geld, mehr Konsum, keiner musste mehr mit lebensbedrohlichem Mangel umgehen. Das führte zu einer nie dagewesenen Großzügigkeit, denen sich die, denen es gut ging, nicht verschließen wollten. Aus einer Leistungskultur wurde eine Benachteiligten-Kultur. Wenn jemand jammerte, wurde ihm aus dem Steuersäckel gegeben. Und Frauen sind gut im Jammern. Als das Jammern so langsam auf taube Ohren stieß, wurde auf Anprangern (shaming) umgesattelt, mit Erfolg.

 

 

14. Was ist heute alles „voll nazi“ und wozu führt diese Begriffsinflation?

 

Es ist ein Propagandabegriff. So wie der Begriff derzeit verwendet wird, bedeutet er dass das Gegenüber eben kein strammer Linker ist. Seit 1945 gibt es keine Nazis mehr, so wie es seit 1991 keine Sowjets mehr gibt. Mit solchen Propagandabegriffen ist keine vernünftige Diskussion zu führen. Dennoch finde ich es amüsant, wenn die „Rechten“ mit einem lustigen 'Meme' ab und zu dagegen halten.

 

 

15. Stell dir vor du kannst dir einen deiner Blog-Artikel aussuchen, den morgen alle Menschen in Deutschland lesen würden. Welcher wäre das und warum?

 

https://luismanblog.wordpress.com/2017/04/21/welche-iq-sind-notwendig-um-bestimmte-berufe-ausfuhren-zu-konnen/

 

Mein bislang erfolgreichster Artikel wurde schon über 28.000 mal gelesen (oder angeklickt), davon im letzten Jahr ca. 16.000 mal (d.h. Tendenz steigend). Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis alle 80 Millionen ihn gelesen haben :D ;)

 

https://luismanblog.wordpress.com/2017/04/22/die-vier-phasen-des-europaischen-burgerkriegs/

 

Dieser Artikel z.B. fand bisher über 3.000 Interessierte (Tendenz fallend). Die meisten Artikel haben aber nur zwischen 200 und 500 Leser.

 

Ich schreibe nicht für Klicks oder um den Blog zu kommerzialisieren (I have money for nothing and sometimes even the chicks for free ;) ). Ich schreibe weil mir etwas im Kopf herum geht, und ich für mich selbst etwas mehr Klarheit erzeugen möchte. Es freut mich, wenn es andere interessiert und auch mal ein kluger Kommentar kommt. Viele Leserbriefe oder viele Kommentare würden zu viel Zeitaufwand erfordern, weshalb ich die Kommentarfunktion auch 30 Tage nach Veröffentlichung automatisch abschalte. Es gibt auch keinen „must read“ Artikel (wenn ich auf YouTube ein Video sehe, welches „must watch“ im Titel trägt, dann klicke ich immer auf „Kanal bitte nicht mehr vorschlagen“). Da ich mich, um die Lesbarkeit zu erhöhen und die Aufmerksamkeits-Spanne nicht zu überdehnen, i.d.R. auf ca. 1.000 Worte pro Artikel selbst beschränke, ist es vielleicht sinnvoller entweder dem Blog zu folgen (per Wordpress oder Email) oder einmal pro Woche rein zu schauen. Immer auf dem selben Thema herum zu hacken würde mich selbst langweilen, d.h. es kommen immer wieder andere Aspekte und Perspektiven.