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Interview mit Alexander Kirton


Alexander Kirton aus Würzburg ist Mitbegründer und führender Kopf der Aktion Avantgarde, die sich auf ihrer Homepage wie folgt beschreibt:

 

"Als Aktion Avantgarde setzen wir uns für die Freiheit des Geistes und des Wortes und für die Wiederaufnahme der verlorengegangenen, gesellschaftlichen Dialogbereitschaft ein. Um dies zu ermöglichen, möchten wir die unterschiedlichsten Freidenker zusammenbringen und zeigen, dass wir trotz unterschiedlicher Ansichten sehr wohl respektvoll und sogar freundschaftlich koexistieren können.

Die Aktion Avantgarde selber ist weder links, noch rechts, noch parteilich gebunden. Wir schreiben unseren Autoren und Aktivisten weder vor, was sie zu denken, noch wen zu wählen haben, sondern freuen uns über den internen Meinungspluralismus."

 

Nachdem Alex mich vor ein paar Monaten für die Aktion Avantgarde gewonnen hat, möchte ich die aktuelle Winterpause der AktA nutzen, um ihm ein paar Fragen zu stellen. Im Folgenden also meine 14 Fragen und Alex Kirtons Antworten:

 

 

1. Wie kam es zur Gründung der AktA? Was war deine Motivation und wer war von Anfang an dabei?

 

Zuerst möchte ich Dir für die mir gebotene Chance danken, auf Deiner eigenen Seite zu erscheinen. Nun, es fing alles mit dem "Fotoblog" DARK HOMELAND GERMANY (DHG) auf Instagram an. Diesen gründete ich kurz vor meinem Ausstieg aus der Identitären Bewegung (Anfang 2019). Es war meine Intention, dem affektiert heiteren Treiben auf den sozialen Medien düstere Fotografien entgegenzusetzen. Mit der Zeit wurde DARK HOMELAND GERMANY zunehmend politischer. So kam ich in Kontakt mit Jan Zimmermann, welcher sich bei mir als Korrekturleser bewarb und mir noch heute in den Hintern tritt, wenn er merkt, dass ich aus einem Text mehr rausholen könnte. Nach einem halben Jahr entschieden wir uns, ein neues Kapitel aufzuschlagen, DHG zu den Akten zu legen und die Aktion Avantgarde zu gründen. Wir wollten mehr sein, als nur ein weiterer Blog irgendwo im Nirgendwo - wir erkannten die Notwendigkeit, sich für den spektrenübergreifenden Dialog stark zu machen und entschieden uns, ebendiesen Schritt zu wagen und zu gehen. Genau in der Übergangsphase von DHG zu AktA kam unser Autor Kai Weber hinzu und erweiterte die thematische Bandbreite um den Bereich Deutscher Geschichte.

 

 

2. Wie bist du auf den Namen Aktion Avantgarde gekommen und was bedeutet er für dich?

 

Auf den Namen ,,Aktion Avantgarde" kam ich bereits im Jahre 2018 - so im Übrigen auch auf die Farben Schwarz-Weiß-Cyan als Farben der AktA. Ursprünglich war die AktA lediglich als Ableger der IB gedacht gewesen, um weiterhin in den sozialen Medien vertreten sein zu können, ohne aufgrund Lambda witternder Zensur-Algorithmen gelöscht zu werden. Mein Konzept wurde aber abgelehnt, da es mehr an eine Modemarke erinnere, als an eine politische Bewegung. Naja, bei Schwarz/Gelb denken die Meisten wohl auch eher an Fußball, aber was soll's. Als es darum ging, DHG auf die nächste Stufe zu bringen, fiel mir das alte Konzept der Aktion Avantgarde wieder ein - und siehe da: Hier sind wir!

 

Was den Namen an sich angeht, so bedarf es meines Erachtens vorerst einer begrifflichen Erläuterung. Das Wort Avantgarde kommt ursprünglich aus dem militärischen Jargon des französischen Militärs und steht für Vorhut, oder Speerspitze - letzteres im übertragenen Sinne. Als eine derartige Speerspitze sehen auch wir uns; als eine Speerspitze eines geistigen Wandels. Wir sind keine Mitläufer irgendwelcher Ideologien, keine wutbürgerlichen Pöbler, keine moralistischen Dauerwichser, sondern Befürworter des freien Denkens und des spektrenübergreifenden Dialoges. Wir sind demnach weder eine "rechte", noch eine "linke" Bewegung, weder "libertär", noch "sozialistisch'', sondern ein Konglomerat freier Geister unterschiedlicher Ansichten.

 

 

3. Die AktA hat das Motto " Pro patria et pro libertate!" - was ich mit "Für Heimat und Freiheit!" übersetzen würde. Was bedeutet das Motto für dich?

 

Richtig. Unser Kredo lautet: Pro patria et pro libertate! Es ist eine marginale Abwandlung des DHG-Kredos ,,Pro patria! Pro libertate!" und fußt auf der Erkenntnis, dass die Heimat nur in Freiheit blühen kann. Dieses Kredo impliziert das Befürworten der allumfassenden Meinungs-und Redefreiheit, das entschiedene Ablehnen freiheitsverneinender Ideologien und dementsprechend auch das Ablehnen von Zensur und Gewalt gegen Andersdenkende. Zudem möchten wir damit zum Ausdruck bringen, dass unser Einsatz patriotischer Natur ist - er ist pro patria, also für die Heimat.

 

 

4. Was bedeutet Heimat für dich?

 

Wenn Du mir gestattest, möchte ich diese Frage mit einem Zitat beantworten. Es stammt von unserem Autor Kai Weber, welcher es wie folgt formulierte: ,,Heimat findet Anwendung auf den Ort, in den ich hineingeboren wurde. Heimat ist der Ort, der mich durch Mentalität, Identität, Menschenschlag, Erziehung, Brauchtum und Weltauffassung prägt. Heimat ist die Wurzel, die mich befähigt, standhaft zu sein und zu wachsen. Heimat ist Freundschaft und Erinnerung an Menschen, die nicht mehr sind." Dies ist Heimat für mich.

 

 

5. Was bedeutet Freiheit für dich?

 

Die gebotene Freiheit ist für mich die Möglichkeit, etwas sagen oder machen zu dürfen, ohne mit existenzbedrohenden Konsequenzen, sei es nun staatlicher oder gesellschaftlicher Natur, rechnen zu müssen. Ob ich mir nun die Freiheit nehme etwas zu sagen oder auf eine bestimmte Art und Weise zu handeln, liegt in meinem eigenen Ermessen. Nichtsdestotrotz erachte ich es als wichtig, insbesondere im Bereich der Meinungs- und der Redefreiheit die Unverschämtheit zu besitzen, ebendiese in Anspruch zu nehmen, um all jene abzuschrecken, welche danach trachten, sie den Menschen zu rauben. Leider sehe ich hierzulande den gesellschaftlichen Trend, die eigene Freiheit im Namen der politischen Korrektheit mit Füßen zu treten. Ich spreche hierbei gerne von einem gesellschaftlichen Automatismus der Selbstzensur, von dem letztenendes nur das System profitiert. Dem entgegenzuwirken, liegt im Interesse der Aktion Avantgarde.

 

 

6. Was wünschst du dir für die AktA und die nächsten 5 Jahre am meisten?

 

Für die Aktion Avantgarde wünsche ich mir zuverlässige Akteure. Wir erheben den Anspruch, nicht nur eine politische, sondern eine am Elitarismus orientierte Bewegung zu sein und haben demnach gewisse Erwartungen an unsere Mitglieder, was bei anderen Gruppierungen eventuell nicht in diesem Ausmaße der Fall ist. Uns ist der finanzielle Hintergrund eines Menschen egal, so auch der kulturelle oder ethnische. Wichtig ist für uns die Zuverlässigkeit und die Ambition, sich durch Texte und Ideen miteinzubringen. Was ich mir zusätzlich wünschen würde, sind Lesekreise in unterschiedlichen Städten - womit wir direkt beim gerade erwähnten Aspekt der Zuverlässigkeit und der Ambition wären. Die AktA steht und fällt mit ihren Aktivisten. Wo ich die Aktion Avantgarde in fünf Jahren sehen möchte? Als etablierte Größe an mindestens drei Universitäten! Von dort aus geht die Reise weiter.

 

 

7. Du hast dich früher mal in der IB engagiert - was hast du in der IB zu finden gehofft? Und warum hast du die IB verlassen und statt dessen etwas Eigenes begonnen?

 

Frauen und das Erklimmen von Dächern. Irgendwann realisierte ich, dass es in der IB weder besonders viele Frauen, noch besonders viele Aktionen auf irgendwelchen Dächern gibt, also stieg ich aus. Nein mal im Ernst, ich erhoffte mir tatsächlich, im Rahmen der IB den spektrenübergreifenden Dialog voranbringen zu können. Dieser war aber meist nur unter vier oder höchstens acht Augen möglich, also verweilte man lieber unter sich, hob ab und zu mal ein Transparent in die Luft, feierte sich selbst, um im Anschluss weiterhin im eigenen Safte zu garen. Anstatt sich mit Werken aus beispielsweise dem Bereich der Psychologie zu beschäftigen, um zu lernen, wie man Menschen wirklich erreichen kann, verschwendete man seine Zeit im Rahmen von Lesekreisen, bei denen ohnehin nur Literatur aus dem eigenen Spektrum gelesen wurde. Ich möchte nicht allzu sehr gegen die IB pöbeln, auch bereue ich in keinster Weise meine dort verbrachte Zeit, doch bin ich froh, nun auf eigenen Beinen zu stehen. In der AktA kann ich mich verwirklichen - in der IB war dies nie der Fall.

 

 

8. Du hast in Hamburg studiert, wie hast du den Zeitgeist und die Stimmung an der Uni in Hamburg empfunden?

 

Zwei Monate habe ich an der Uni Hamburg studiert. Am ersten Tag wurden die Erstsemesterstudenten von Pyrotechnik schwingenden Antifanten begrüßt. Es folgten diverse Begrüßungsreden unterschiedlicher Tutoren und Professoren, bei denen mindestens fünfmal auf die omnipräsente Gefahr des Rechtspopulismus verwiesen wurde, während mich Mao Tse-tung vom Aufkleber auf der Rückenlehne des Vordermannes aus anlächelte. Das anschließende Kennenlernen in der Fakultät für Sozialwissenschaften war ein Paradebeispiel dafür, was in unserer Gesellschaft schiefläuft. Auf anfänglich noch harmlose Fragen a la ,,Wer mag alles Hunde?" folgte bald: ,,Wer ist auch dafür, dass die AfD aus allen Parlamenten vertrieben wird?" Schwarmintelligenz in Reinform - gestern mit ausgestrecktem Arme, heute mit erhobener Faust. Eine Woche später der Protest gegen Bernd Lucke, welcher damit endete, dass Herr Lucke mit Polizeischutz hinausgeleitet werden musste. Seitens unterschiedlicher Studenten fielen daraufhin Aussagen, wie, dass noch gar nicht genug gegen Lucke unternommen wurde, oder, dass man derartige Personen aus öffentlichen Ämtern zu entfernen habe. Ironischerweise wurde 1933 ein solches Gesetz von den Nationalsozialisten zur Entfernung politischer Dissidenten aus öffentlichen Ämtern verabschiedet (,,Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums", kurz ,,BBG"), um 86 Jahre später von einem selbsternannten Antifaschisten gefordert zu werden.

 

Natürlich ernteten die besagten Aussagen tosenden Applaus seitens der Studentenschaft - Entschuldige, ,,Studierendenschaft". Eine Tutorin, welche mir durch ihr glühendes Engagement im Bezug auf das Anbieten kurioser Workshops auffiel und von mir aus reinem Interesse mal gegoogelt wurde, fand ich u.a. auf der Seite der Mopo als Mitorganisatorin der G20-Proteste interviewt. An der Uni Hamburg sehen wir einerseits, wie Linksextreme sich als Sittenwächter aufspielen, den Diskurs dominieren, von Professoren den Rücken gestärkt bekommen und wie die breite Masse das Treiben stillschweigend hinnimmt. Zu groß scheint mir die Angst der Menschen zu sein, als "Nazi'' etikettiert und somit als vogelfrei erklärt zu werden. Wozu das "anti"faschistische Spektrum in der Lage ist, zeigte sich nicht nur im Rahmen der G20-Krawalle, sondern auch in unzähligen, medial nicht-thematisierten Übergriffen auf Politiker, Korporierte, Identitäre und allgemein auf jeden, der es wagt, den Linksextremismus zu beleuchten. Parolen wie ,,Identitäre verprügeln", ,,Allmans klatschen", ,,AfDler boxen", oder ,,Nazis den Gar ausmachen" sprechen für sich. Die Stimmung an der Uni Hamburg ist in keinster Weise eine gute. Eine ehemalige Kommilitonin - 40 Jahre alt und Mutter - sagte mir offen und ehrlich, sie habe Angst. Ein ehemaliger Kommilitone - Mitglied der SPD - gestand mir, dass er sich äußerst unwohl fühle, da er für die Meisten wohl nicht "links genug" sei.

 

[Anmerkung: "Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus." - Ignazio Silone

Aufgrund moralischer Polarisierung glauben manche Menschen, Ausgrenzung und Gewalt wären in Ordnung oder sogar notwendig, wenn es nur die richtigen trifft. Damals die Juden, heute "die Rechten".

Siehe hierzu auch: Moral]

 

9. Was ist für dich typisch "links" und typisch "rechts"?

 

Das "linke" Spektrum assoziierte man früher für gewöhnlich mit dem Einsatz für das Proletariat, für den Arbeiter, und selbstredend mit dem Kampf für die soziale Gerechtigkeit. Es kommt mir vor, als vernachlässige man zunehmend derartige Thematiken, um sich voll und ganz dem Aufzwingen "gendergerechter" Schwachsinnigkeiten und nationalmasochistischer Volkstod-Fantasien widmen zu können. Zwar wird ab und an, je nach Bedarf der Sozialstaat mal wieder erwähnt, doch bereits im nächsten Atemzug folgt die Forderung nach noch mehr Einwanderung, obgleich diese den Sozialstaat aushebeln würde. Wohnungsnot? Joah, aber egal - wir brauchen einfach noch mehr Einwanderung und dann wird das schon passen. Auch vermisse ich die Kritik selbsternannter Linker an der kontinuierlichen Zunahme an Zensur und Überwachung - obgleich diese zugegebenermaßen nur selten gegen das "linke" Spektrum zum Einsatz kommt. Nichtsdestotrotz muss und möchte ich fair bleiben: Es gibt noch vereinzelt Vertreter der "Alten Linken", mit denen man sehr gut diskutieren und sogar zusammenarbeiten kann. Der letzte Kontakt zu "Altlinken" liegt leider schon etwas zurück.

 

"Typisch rechts"? Schwierig zu sagen. ,,Die Alte Rechte ist am Ende. Sie hat es nicht anders verdient!" sagte Alain De Benoist, welcher als Mitbegründer der Nouvelle Droite, der Neuen Rechten gilt. Dem stimme ich persönlich voll und ganz zu - und doch streckt die Alte Rechte immer wieder ihren hässlichen Kopf in Richtung Kamera, sobald die Presse in Sichtweite ist. Mit ihr wird das patriotische Spektrum nur zu gerne in einen Topf geschmissen, mit ihr wird das patriotische Spektrum nur zu oft assoziiert. Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, Nationalsozialismus und Geschichtsrevisionismus verbinde ich mit der Alten Rechten. "Typisch altrechts'' wäre demnach das Ausbleiben der Erkenntnis, komplett kontraproduktiv, da rufschädigend zu agieren. "Typisch neurechts" ist für mich hingegen das verzweifelte Klammern an die Hoffnung, eines Tages den Begriff des "Rechten" positiv konnotieren zu können. Viel Glück - Ihr werdet es nicht schaffen.

 

[Anmerkung: Kürzlich habe ich ein Graphic Novel über George Orwell gelesen. Der Mann war bekennender Patriot und gleichzeitig bekennender Linker. Heute wohl undenkbar.]

 

 

10. Was denkst du grundsätzlich über diesen Dualismus?

 

Ich lehne den Dualismus entschieden ab, weswegen ich sehr viel mit Anführungszeichen arbeite, wenn es darum geht, derartige Begriffe zu verwenden. Sie bringen uns nicht weiter und sorgen nur für eine zunehmende Fragmentierung der Gesellschaft und für ein Verhärten der Fronten. Was ich verachte, ist Extremismus - ungeachtet dessen, von welcher Seite er ausgeht, gegen wen er gerichtet ist, wie er sich nennt oder wie er genannt wird - und so auch jegliche Form ideologischer Engstirnigkeit. Wir sollten uns nicht fragen, wie wir am besten dem "linken", oder dem "rechten" Klischee entsprechen können, sondern was der Heimat und der Freiheit dienlich ist. Keine Seite hat die absolute Wahrheit für sich gepachtet, auch wenn wir es uns als Angehörige der "aufgeklärten", westlichen Gesellschaft nur zu gerne einreden. Wir sollten es wagen, vorliegende Probleme aus mehreren Perspektiven zu betrachten, anstatt uns aufgrund irgendwelcher Etikettierungen gegenseitig zu bekämpfen.

 

 

11. Wie sieht dein Utopia, deine Traum-Gesellschaft, aus?

 

Mir fehlt der Konsens im Wesentlichen und der respektvolle Dissens im Diskurs. Schön wäre es, könnten wir uns in der Liebe zur Heimat, in der Liebe zur Freiheit, im Ablehnen von Gewalt und Zensur einig sein, während sich über alles andere diskutieren lässt. Es würde mein Herz erquicken, würden wir uns vom moralistischen Pimmelfechten lösen und anfangen können, uns mit tatsächlichen Argumenten zu duellieren. Schön wäre es auch, würde Politik von jenen gewissenhaft betrieben werden, welche sich damit auskennen, während die Masse die Chance hätte, sich allmählich zu entpolitisieren und sich zu entspannen. I have a dream von einer Gesellschaft, in welcher man sich nicht gleich für jeden Furz rechtfertigen muss und die Menschen unterschiedliche Ansichten einfach mal akzeptieren.

 

 

12. Wie würdest du deinen eigenen Kindern "Staat" erklären?

 

Der Staat als politische Ordnung, oder unseren Staat als lobbyistische Wirtschaftsinteressenvertretung? Ich würde auf die Gewaltenteilung eines funktionierenden Rechtsstaates verweisen und darauf, dass sich eine voranschreitende Verschiebung der Dreifaltigkeit unter eine Instanz in einem zunehmenden Totalitarismus äußert. Umso langsamer, umso heimtückischer. Stichwort: Schleichender Totalitarismus. Wie dem auch sei, erachte ich ein gesundes Mißtrauen im Umgang mit dem Staat als angebracht. Auch der Staat besteht aus Menschen und nicht jeder Mensch hat gute Absichten.

 

 

13. Wenn du dir einen Mechanismus des gegenwärtigen Systems aussuchen dürftest, der ab morgen in jeder Schule unterrichtet wird, welcher wäre das und warum?

 

Zweifelsohne der Mechanismus der Suggestion. Ist es nicht faszinierend zu sehen, wie leicht Menschen zu manipulieren sind? Ist es nicht erschreckend zu sehen, wie aus einer simplen Suggestion gesellschaftliche Automatismen entstehen, sich manifestieren und im Lecken des Speichels der Obrigkeiten und im Bekämpfen des Eigenen enden können? Was bedarf es Gesetze, was bedarf es Verbote, wenn sich die Menschen in ihrem unersättlichen Streben nach Anerkennung selber verleugnen? Die beste Prävention, der beste Schutz vor Manipulation, ist zu wissen, wie man erfolgreich manipuliert. Doch halt! Du sprachst von jeder (!) Schule? So lass es etwas Belangloses sein, während wir das Wichtigste für uns behalten! Avantgardistische Privatschulen zum Umsturz des Bestehenden - klingt doch gar nicht mal so schlecht.

 

 

14. Wir leben ja alle in unseren Filterblasen. Was sind deine drei besten Argumente, warum jemand Kirton lesen bzw. hören sollte und wie tut er das am besten?

 

Erstens: Es wird schwer sein, jemanden zu finden, dessen Texte nur halbwegs so exzentrisch sind wie die meinigen.

Zweitens: Es mag den Anschein erwecken, ich spanne in meinen Werken einen weiten Bogen, doch täuscht der erste Blick. Vielmehr handelt es sich dabei um einen Kreis geballter Erkenntnis.

Drittens: Falls Ihr meine Texte scheiße findet, dann werdet Teil der Aktion Avantgarde und schreibt bessere. Falls Euch meine Texte gefallen, werdet Teil der Aktion Avantgarde und wir können etwas gemeinsam verfassen.

 

Wie Ihr meine Texte zu hören oder zu lesen habt, überlasse ich Euch. Ob im Kreise der Familie, bei Kerzenlicht, vor dem Kamin, oder als Rede bei einer Hochzeit. Finden könnt Ihr sie auf jeden Fall unter den folgenden Adressen:

 

https://youtube.com/aktionavantgarde

https://t.me/aktionavantgarde

https://aktionavantgarde.wordpress.com

 

Auf Instagram bin ich unter dem Namen alexanderkirton1 zu finden.