November-Depression


November. Der depressivste Monat eines Jahres. Zwischen goldenem Herbst im Oktober und Ende und Neuanfang im Dezember bleibt wenig Sonne und viel Grau. Vielleicht ein guter Zeitpunkt, um sich ein paar Gedanken über den Umgang mit den eigenen Depressionen zu machen. Und damit meine ich nicht notwendigerweise Depressionen im klinischen Sinne. Jeder Mensch erlebt Höhen und Tiefen, und Phasen von Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und einem Gefühl von Leere gehören zum Leben dazu.
Und doch möchte sich niemand länger als unvermeidbar so fühlen. Gefühle sind zwar nur Gefühle - doch wir Menschen sind nunmal mehr emotionale statt rationale Wesen.
                                                                               
Wir sind zum Leben verdammt, mit all seinen Höhen und Tiefen. Und wenn das Ziel des Lebens ist, ein Leben zu führen, dass du gerne immer und immer wieder genau so leben würdest, dann gehört ein guter Umgang mit den Tiefen dazu.
Das bedeutet immer zunächst, die Tiefe, die depressiven Gefühle, zu akzeptieren. Zu sagen: "Ich fühle mich schlecht - und das ist gut so!"
Akzeptanz ist der Schlüssel, um aus allen Abwärtsspiralen herauszukommen. So lange ich meine negativen Gefühle nicht akzeptiere, muss ich mich allein schon schlecht fühlen, weil ich etwas fühle, das ich nicht fühlen will. Deswegen macht es keinen Sinn, gegen seine negativen Emotionen anzukämpfen. Ich überwinde meine Depressionen genau so, wie ich meine Ängste überwinde. Indem ich in sie reingehe.
Man überwindet Ängste, indem man sich ihnen stellt, der Angst ins Auge blickt, ins Auge des Sturms geht.
                                                                      
Und so kommt man auch aus seinen Depressionen heraus. Indem man sie anerkennt, akzeptiert und in sie rein geht.
Was meine ich mit reingehen? Sich die Gründe klar machen statt davor wegzulaufen, sich selbst erkennen und verstehen. Und dann noch eine große Portion Finsternis dazu: Über den Tod nachdenken. Sich vergegenwärtigen, dass wir alle sterben werden. Du, ich, die Leute die wir mal kannten, kennen und noch kennen werden. Deine Familie, deine Lieben. Alle.
                                                                  
Und mit diesem unausweichlichen Schicksal vor Augen - ist dann wirklich alles so schlimm? Oder ist da vielleicht, trotz aller Depression, ein kleines Fünkchen von Dankbarkeit, dass du noch da bist?
                                                                                                                                               
Und so lange du noch da bist, hast du dein Leben selbst in der Hand.
                                                      
The Devil whispered into my ear:
"You're not strong enough to withstand the storm."
Today I whispered into the devil's ear:
"I am the storm."