Warum ich keine Angst vor der Krise habe

Wenn Markus Krall und Daniel Stelter Recht haben, nähern wir uns immer mehr dem finanziellen Kollaps:
Das Finanzsystem bricht unter der weltweiten Schuldenlast und der Politik des immer billigeren Geldes zusammen.
Gepaart mit aufgestauten gesellschaftlichen Spannungen entwickelt sich so eine Weltwirtschaftskrise wie in den 1930er Jahren, die zu Massenarbeitslosigkeit und wirtschaftlichem Niedergang führt.
Die Maßnahmen, die aus der wirtschaftlichen Depression herausführen sollen, werden zum Scheitern des Euros und zur Hyperinflation führen.
Im enstehenden Chaos werden Gläubiger ihr Vermögen verlieren und Schuldner in die Insolvenz schlittern.
                                            
Wie kann man mit solchen Perspektiven noch Immobiliengeschäft betreiben? 
Mieter werden arbeitslos werden, ihre Miete nicht mehr zahlen können. Das wird dazu führen, dass Vermieter ihren Kapitaldienst nicht mehr leisten können. Was zu Insolvenzen und Versteigerungen führen wird.
Während gleichzeitig arbeitslos gewordene Eigenheimbesitzer auch ihre Raten nicht mehr zahlen können, wodurch noch mehr Insolvenzen und Versteigerungen folgen werden.
Das alles wird zu einem großen Einbruch der Immobilienwerte führen.
Und so manchen Menschen wirtschaftlich ruinieren.
                                       
Und wenn zu viele meiner Mieter gleichzeitig arbeitslos werden, kann das auch mich treffen.
Insbesondere wenn ich zeitgleich selbst arbeitslos werde.
Dann droht auch mir Insolvenz und wirtschaftlicher Ruin.
                                    
Aber auch diese Krise wird vorüber gehen.
Deutschland hat im 20. Jahrhundert zwei Weltkriege verloren, mehrere Währungsreformen und Wirtschaftskrisen gehabt und ist doch immer wieder auf die Beine gekommen.
Und Menschen brauchen immer ein Dach über dem Kopf. Vor, während und nach Krisen.
Drei meiner Immobilien wurden noch vor dem ersten Weltkrieg mit Goldmark gebaut. Seit dem gab es Papiermark, Rentenmark, Reichsmark, Deutsche Mark und Euro.
Die große Depression der 1920er und 1930er Jahre. Den zweiten Weltkrieg. Den kalten Krieg. Die Wiedervereinigung. Die von den Notenbanken unterdrückte Schuldenkrise 2008/2009.
Und vielleicht schon bald die nächste Krise.
                              
Aber auch danach werden diese Häuser noch stehen. 
Und werden bewohnt werden. Vielleicht wieder zur Miete.
Und müssen bewirtschaftet werden. Vielleicht immer noch vom Eigentümer.
                                  
Menschen werden immer Menschen brauchen, die sich mit Immobilien auskennen.
Die sie bauen, die sie instand halten, die sie verwalten, sie finanzieren, und bewirtschaften.
Und diese Fähigkeiten, Wissen und Know-How, kann dir keine Krise nehmen.
                                 
Also lass die Krise kommen.
Die Wirtschaftskrise.
Die Klimakrise.
Die soziale Krise.
Die Alles-Krise.
                                  
Die Vorstellung, dass es mit der Welt bergab geht, ist so alt wie die Menschheit.
Die Idee des Weltuntergangs scheint tief in der menschlichen Psyche verwurzelt zu sein.
In der Bibel kommt die Flut.
In der Edda fallen die Götter und Surt verbrennt die Welt.
                                            
Ich glaube, das Gefühl vom Ende der Welt haben viele Generationen kennen gelernt.
Zur Zeiten der Pest, des schwarzen Todes.
Während des dreißigjährigen Krieges.
In den Schützengräben der Weltkriege.
In den zahllosen Gulags, KZs und Killing Fields des 20. Jahrhunderts.
                                       
Schwere Krisen sind so normal wie Geburt und Tod.
Es gibt keinen Grund Angst zu haben.
Das Rad des Seins dreht sich.
Wir erschaffen neues Leben und wir sterben.
Und auf den Winter folgt der Frühling.
Auf die tiefste Nacht folgt der Sonnenaufgang.
                                        
Die Geschichte hat kein Ende. 
Und die Menschheitsgeschichte ist ein ewiges Auf und Ab, ein ewiger Kreislauf von Leben und Sterben, Expansion und Zusammenbruch, Aufbau und Untergang.
Auch die kommenden Krisen und radikalen Veränderungen werden vorüber gehen.
Alles wird vorüber gehen.
Und wieder erneut beginnen.
                               
Unsere Zeit ist jetzt.
Ich lebe jetzt, ich kämpfe jetzt, und eines Tages werde ich im Jetzt sterben.
Es gibt keinen Grund zu warten.
Es gibt allen Grund zu handeln.
                            
Baldur sieht den Tod auf sich und seine Lieben zukommen. 
Der Weltenbrand vernichtet alles Leben und selbst der Weltenbaum steht in Flammen.
Aber er überlebt. Sein Inneres bleibt immergrün und neues Leben erblüht.
                         
Das Ende ist erst der Anfang.
              
                      
[Teile des Textes stammen aus meinem Buch Vom Barbar zum Fürst, erhältlich bei Amazon.]