Staat, Geld und Kredit

Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh. 
– Henry Ford
                                              
Aber der Staat lügt in allen Zungen des Guten und Bösen; und was er auch redet, er lügt - und was er auch hat, gestohlen hat er's. Ach, auch euch, ihr großen Seelen, raunt er seine düsteren Lügen!
– Friedrich Nietzsche
                                        
Beide Zitate suggerieren ja Betrug von oben. Der Staat raunt düstere Lügen und das Geldsystem würde zur Revolution führen, wenn mehr Menschen es durchschauten.
                                      
Stimmt das? Und wie hängt beides zusammen?
                      
Um beide Fragen zu beantworten, lohnt es sich zunächst die Frage zu stellen, wie Staaten überhaupt entstehen. Bei nüchterner Betrachtung muss man feststellen, dass Gewalt dabei immer eine große Rolle spielt. Beispielhaft seien die Gründung Roms durch Romulus und Remus und deren Raub der Sabinerinnen, Etablierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der amerikanische Unabhängigkeitskrieg genannt.
                                      
Ein Staat wird mit Gewalt gegründet oder abgespalten und setzt innerhalb seines Herrschaftsgebietes mittels Gewalt seine Regeln durch. Deswegen heißt es „Staatsgewalt“.
                                  
Nun mag man einwenden, dass „Staatsgewalt“ lediglich Hoheitsakte, auch und gerade in der Verwaltung meint. Aber was sorgt in letzter Konsequenz dafür, dass die meisten Menschen meistens machen, was der Staat von ihnen will? Das Gute im Menschen oder das Wissen um Gefängnisse, Gerichtsvollzieher, Wasserwerfer und Dienstwaffen?
                                   
Innerhalb des Staates betreibt die Gründer-Gang, deren Nachfolger und Gehilfen Schutzgelderpressung an der Bevölkerung des Staatsgebietes. Man nennt das „Steuern“ oder „Abgaben“ und legitimiert es damit, dass der Staat mit seinem Gewaltpotential für „Recht und Ordnung“ sorgt. Bemerkenswert ist, dass der Staat extrem erfolgreich mit diesem Legitimationsmythos war. Viele Menschen sind fest davon überzeugt, dass ein starker Staat gut für sie ist und streiten innbrünstig darum, ob die linken oder die rechten Parasiten besser sind.
                                                 
Jedenfalls wird mit diesem Gewaltpotential neben „Recht und Ordnung“ auch eine von der Staats-Gang erfundene Währung durchgesetzt. Ganz einfach dadurch, dass alle Steuern und Abgaben mit eben dieser Staatswährung bezahlt werden müssen. Wer sich weigert oder beispielsweise mit selbst produzierten Waren oder einer anderen Währung oder Edelmetallen bezahlen möchte, wird von der Staatsgewalt zum gewünschten Verhalten gezwungen.
                                                     
Das schafft eine fortwährende Nachfrage nach dem Staatsgeld und setzt diese Währung flächendeckend durch. Es gibt keinen Wettbewerb unter verschiedenen Währungen mehr. Der Staat hat ein Monopol auf Geld erlangt. Wird dieses Monopol gefährdet, kommt wieder die Staatsgewalt zum Einsatz, beispielsweise im Rahmen von Goldverboten, z.B.  in Deutschland von 1923 bis 1955, in Großbritannien von 1966 bis 1971, in Indien von 1963 bis 1990 und in den USA von 1933 bis 1974.
                                             
Gleichzeitig braucht der Staat immer mehr Geld, um seine Macht aufrechtzuerhalten, z.B. für Wahlgeschenke sprich Stimmenkauf, Versorgung der Staatsdiener, Flughafenbau, Klimarettung usw.
                                             
Zum Glück kann der Staat sich von seinen  Zentralbanken immer neues Geld drucken lassen. Hier ist jedoch Fingerspitzengefühl gefragt, denn wenn zu viel Geld gedruckt wird, verliert es an Wert. Das ärgert zu Beginn nur diejenigen, die viel Geld haben und dessen Wert dahinschmelzen sehen; bei starker Inflation ärgert es jedoch alle, da man plötzlich Körbe voller Geld braucht, um sich seine Brötchen zu kaufen und der ganze Alltag versaut wird. Andererseits ist starke Inflation bei starker Staatsverschuldung, z.B. in Folge von kostspieligen Kriegen und/oder Reparationen, sehr praktisch um den realen Wert der Schuldenberge zu reduzieren.
                                  
Deswegen wird eine Balance angestrebt: Immer neues Geld drucken, um den Machterhalt der Gang zu finanzieren, aber nur so viel, dass die Inflation gering bleibt und im Alltag nicht groß stört. Siehe das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von knapp 2%.
                                        
Diese geringe Inflation ist nämlich für diejenigen, die das Finanzsystem verstehen, nicht schlimm, da es ihnen gelingt, ihr Geld mit einer Rendite oberhalb der Inflationsrate anzulegen.
                                       
Das gelingt der einfachen Bevölkerung im Schnitt nicht, da einfaches Sparen nach Abzug der Inflation negativ verzinst ist, z.B. 1 % Zinsen – 2 % Inflation = -1 % Realverzinsung. Andere Formen der Geldanlage stehen der einfachen Bevölkerung insbesondere aufgrund anderer Schwerpunkte in der allgemeinen Schulbildung  nicht zur Verfügung, so dass historisch gesehen Enteignung in diesem Bereich üblich ist, wie ein Blick in entsprechende Statistiken der Bundesbank veranschaulicht.
                                  
Die Reichen und Mächtigen investieren hingegen in Assets, die sogar noch vom frisch gedruckten Geld profitieren: Das frische Geld wird immer von oben ins System gepumpt, in dem es von den Zentralbanken an die Geschäftsbanken weitergegeben wird. Die können somit neue Kredite vergeben, die dann am Markt nachfragewirksam werden.
                                       
Und wer bekommt Kredite? Vor allem bonitätsstarke Personen, also die, die schon Geld haben. Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.
                                             
Was kaufen diese Personen dann von diesem Geld? Assets wie Immobilien und Aktien. Dadurch steigen deren Preise, was es für die Armen noch schwerer macht, sich ebenfalls Immobilieneigentum oder ein Aktienportfolio anzuschaffen.
                                                     
Dieses System enteignet also diejenigen, deren Geld von der Inflation aufgefressen wird und bereichert diejenigen, die mit billigem Kredit, sprich frischgedrucktem Geld, Sachwerte wie Immobilien und Aktien kaufen.