Die Psychologie des Klimawandels

Ob es den Klimawandel gibt und ob er menschengemacht ist, sind zwei paar Schuhe.
Die entscheidende Frage ist letztere, ob wir mit unseren Verbrennungsmotoren und Fabriken dafür verantwortlich sind.
Die einen sagen so, die anderen sagen so.
 
Und da ich kein Wissenschaftler bin, kann ich weder die Argumente der einen noch der anderen Seite überprüfen oder wirklich verstehen.
So geht es vermutlich 99% der Bevölkerung. Wir müssen uns eingestehen, dass wir letztlich nicht wissen können, ob der Klimawandel menschengemacht ist oder nicht - da es Studien und "Beweise" für beide Thesen gibt und wir, wenn wir ehrlich sind, nicht wissen können, wer Recht hat.
Es geht also letztlich nur darum, welcher Seite, welchen Argumenten, welchen Wissenschaftlern und Studien, wir vertrauen.
Wem wir glauben. Was wir glauben.
 
Immer wenn zwei Gegenseiten dich von ihrem jeweiligen Standpunkt überzeugen wollen und gute Argumente und "Beweise" für ihre jeweilige These vorlegen, geht es im Grunde nur noch um Glaubwürdigkeit. 
 
Um die Glaubwürdigkeit von zwei Gegenseiten zu untersuchen, macht es sicherlich Sinn, die Motivation beider Seiten zu hinterfragen.
Ein anderer interessanter Aspekt ist die psychologische Wirkung der unterschiedlichen Thesen.
Wenn es um Glaubensfragen geht, entscheidet doch vermutlich größtenteils die Psyche der unterschiedlichen Menschen darüber, was sie glauben.
 
Würde man eine große Anzahl an Menschen psychologisch untersuchen, z.B. so einen Big-Five-Charakter-Test machen, und dann die Ergebnisse nach der Klimafrage clustern, würde man vermutlich auf beiden Seiten Muster erkennen.
Welche Muster oder Mechanik in der menschlichen Psyche lässt die Idee des menschengemachten Klimawandels wohl attraktiv erscheinen?
 
Die Psychologie des Ressentiments. 
Dicke Autos, rauchende Fabrikschlote und regelmäßige Flugreisen in die Sonne werden mit wirtschaftlichem Erfolg assoziiert. Mit Erfolg im traditionellen, materiellen Sinne. Mit dem bösen Kapitalismus. Und mit Klimazerstörung.
 
Wenn ich neidisch auf meinen Nachbarn schaue, der den dickeren SuV und den schnelleren Sportwagen fährt, häufiger und luxuriöser in den Urlaub fliegt, und damit mehr wirtschaftlichen Erfolg demonstriert, dann ist es verlockend, meinen Nachbarn moralisch zu diskreditieren. Dann kann ich mich wenigstens moralisch überlegen fühlen.
 
Es ist schlicht einfacher, den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg meiner Mitmenschen als klimaschädlich in den Dreck zu ziehen, als selbst wirtschaftlich und gesellschaftlich erfolgreich zu sein.
 
Was gut war, ist nun böse. Verzicht und wirtschaftliche Zurückhaltung sind nun gut. Umwertung aller Werte.
 
Was ist einfacher? Genug Geld zu verdienen um sich alle materiellen Wünsche zu erfüllen oder sich und seinen Mitmenschen einzureden, dass eben diese Erfüllung materieller Wünsche böse ist?