Leistungswille statt Ressentiment

Immer wenn jemand konsequent an sich arbeitet, macht er sich angreifbar: Warum kannst du nicht einfach du selbst sein? Bist du so unzufrieden mit dir? Liebst du dich nicht?
Das ist ein Problem, da diese oft unausgesprochenen Fragen negative Folgen in der Psyche haben. Plötzlich hat man das Gefühl, sich für seinen Leistungswillen rechtfertigen zu müssen. Und das raubt Kraft und bremst.
Plötzlich wird Leistungswille fragwürdig und macht verdächtig. Ein gutes Beispiel für Umwertung von Werten in unserer Gesellschaft. Plötzlich ist es cool, fett und schlaff auf der Couch zu hängen und suspekt und uncool, hart an sich zu arbeiten.
Vermutlich sind Krafttraining und Leistung in Schule oder Uni oft die ersten Berührungspunkte mit diesem Phänomen, es zieht sich jedoch durchs ganze Leben, beruflich und privat. 
Ich kämpfe gegen meine eigenen Schwächen weil ich es mir wert bin. Nicht aus einem Mangel an Selbstliebe. Jemand, der stärker, weiser und reicher werden möchte, will mehr von sich, mehr werden, mehr sein. Das ist der Antrieb hinter allem gesellschaftlichen und privaten Fortschritt.
Also sei auf keinen Fall einfach nur du selbst, fett und schlaff auf der Couch.