Finanzielle Stärke

Finanzielle Schwäche bedeutet Abhängigkeit von finanziell Starken.
Pleite bist du unfrei, deine Möglichkeiten sind stark eingeschränkt und Alltagsproblemchen verbinden sich mit Geldmangel zu echten Schwierigkeiten.
Andererseits bedeutet Geld verdienen für die meisten Menschen, einen Großteil Ihrer Lebenszeit an Menschen oder Institutionen mit Geld zu verkaufen.
Du verkaufst 40 Stunden Freiheit um die restlichen 128 der Woche freier leben zu können. 
Das Verhältnis von 40 Stunden Sklaverei zu 128 Stunden Freiheit klingt ja erstmal gut, aber wie viele Stunden musst du von den 128 noch für Pflichtprogramm abziehen? Wie viel Freiheit bleibt dir wirklich? Aufgrund unseres gesellschaftlichen Wohlstands und technologischen Fortschritts wahrscheinlich so viel wie noch in keiner Generation zuvor. Das ist gut und sollte nicht vergessen werden. Dennoch, wer möchte bis zur ungewissen Rente fremdbestimmt arbeiten?
 
Selbstbestimmt bis ins hohe Alter arbeiten wäre mir viel lieber als fremdbestimmt bis zu einer willkürlichen Altersgrenze zu arbeiten und dann Däumchen zu drehen. Das Problem ist, dass selbstbestimmt arbeiten oft auch bedeutet, selbst Risiken zu tragen. Natürlich können auch große Arbeitgeber zahlungsunfähig werden, Stellen gestrichen werden und so weiter. Aber im Vergleich zur Selbstständigkeit erscheint das monatliche Gehalt erstmal viel sicherer. Wenn deine Anstellung jedoch deine einzige Einkommensquelle ist, egal wie gut du deinen Arbeitgeber findest, bist du sehr abhängig von ihm. Was bedeutet, dass du eine sehr schwache Verhandlungsposition ihm gegenüber hast und dir allen möglichen Schwachsinn gefallen lassen musst.
 
Deine Verhandlungsposition ist deutlich besser, wenn du finanziell nicht komplett von deinem Arbeitgeber abhängig bist.
Ich selber bin hauptberuflich Angestellter, und sogar ziemlich zufrieden mit meinem Job. Was hauptsächlich daran liegt, dass ich relativ viel Freiraum genieße und einen guten Chef habe. Aber wenn sich das mal ändert möchte ich notfalls auch kündigen können, ohne finanziellen Selbstmord zu begehen. In jeder Beziehung, auch in der zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, hat derjenige die Macht, der den anderen weniger braucht. Wenn du finanziell unabhängig bist, brauchst du deinen Arbeitgeber nicht mehr. Du musst deswegen nicht kündigen, aber du könntest, wenn es drauf ankommt.
 
Finanzielle Unabhängigkeit ist nicht ganz oder gar nicht, sondern graduell. Auch kleine Nebeneinkünfte verbessern deine Position, im Sinne von Einkommensdiversifikation sind mehrere kleine oder mittlere Nebeneinkünfte sogar besser als ein großer Nebenjob.
Vor allem ist es wichtig in kleinen Schritten zu denken, um überhaupt ins Handeln zu kommen. Zu viel auf einmal wirkt abschreckend groß, so dass man es gar nicht erst probiert.
 
Neben der finanziellen Unabhängigkeit gilt es auch die finanzielle Schlagkraft zu vergrößern.
Mehr Geld bedeutet unter sonst gleichen Bedingungen mehr Möglichkeiten.
Unter sonst gleichen Bedingungen - denn wenn ich mir mehr Geld mit dem Opfern weiterer Freiheit erkaufe, habe ich nicht wirklich gewonnen.
Unsere Lebensstandards sind ja auch so hoch, dass mehr materieller Reichtum oft überhaupt nicht das Problem ist.
Sonder ein Mangel an Sinn und Bedeutung.
Wenn wir aber Sinn und Bedeutung gefunden haben, brauchen wir Geld um unsere Pläne zu verwirklichen.
Und um so finanzstärker wir sind, um so einfacher und schneller gelingt uns das.
 
Wir sollten jedoch nicht alles auf eine Karte setzen und unsere finanzielle Schlagkraft ausschließlich durch das Vorankommen im Angestelltenverhältnis vergrößern. Was uns wieder zur finanziellen Unabhängigkeit und verschiedenen Einkommensquellen bringt.
 
Um uns einen Überblick über mögliche Einkommensquellen zu verschaffen, orientieren wir uns einfach mal am deutschen Steuersystem.
Das kennt sieben Einkunftsarten:
 
Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit
Einkünfte aus selbstständiger Arbeit
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
Einkünfte aus Gewerbebetrieb
Einkünfte aus Kapitalvermögen
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
Sonstige Einkünfte
 
 
Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit sind Gehälter und Löhne als Arbeitnehmer.
 
Einkünfte aus selbstständiger Arbeit entstehen vor allem aus freiberuflicher Tätigkeit, z.B. in dem du auf eigene Rechnung künstlerisch, schriftstellerisch, wissenschaftlich, unterrichtend oder erzieherisch tätig wirst. 
Auch die sogenannten Katalogberufe wie Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater und Architekt gehören zur Einkunftsart selbstständige Arbeit, sind für uns hier aber wohl kaum relevant.
 
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung hast du z.B. wenn du eine Wohnung vermietest. 
 
Einkünfte aus Gewerbebetrieb sind z.B. Gewinne aus einem Online-Shop oder aus handwerklicher Tätigkeit auf eigene Rechnung.
 
Einkünfte aus Kapitalvermögen sind z.B. Dividenden aus Aktien oder anderen Unternehmensbeteiligungen.
 
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft enstehen bei Nutzung der Naturkräfte, z.B. durch Pflanzen- oder Tierzucht, aber auch durch Jagd und Fischerei.
 
Sonstige Einkünfte sind hauptsächlich Renten und private Veräußerungsgeschäfte, also z.B. der Verkauf deines privaten Hauses.
 
Wenn wir davon ausgehen, dass ungefähr 40 Stunden pro Woche bereits für Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit aufgewendet werden, stellt sich die Frage, wie wir mit möglichst wenig Zeiteinsatz weitere Einkünfte erzielen können. Natürlich würde eine zweite Anstellung, z.B. ein 450-€-Job, unsere Abhängigkeit vom Hauptarbeitgeber auch reduzieren, aber um unseren Horizont zu erweitern und nicht innerlich noch weiter in die Lohnsklaverei zu rutschen, konzentrieren wir uns jetzt auf die anderen sechs Einkunftsarten.
 
Einkünfte aus Kapitalvermögen können wir auch erstmal weitestgehend ausklammern, da wir erstmal Kapital aufbauen müssen, um Einkünfte daraus erzielen zu können. 
 
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft kommen vermutlich auch nur für wenige in Frage, da sie im Regelfall entsprechenden Besitz voraussetzen.
 
Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, aus Gewerbebetrieb, und aus Vermietung und Verpachtung sind für unsere Zwecke wohl am relevantesten. Sonstige Einkünfte können im Sinne von privaten Veräußerungsgeschäften auch relevant werden.
 
Selbstständige Arbeit im Sinne des Steuerrechts bedeutet ja im Grunde, dass du dein Wissen zu Geld machst. Die oben kurz angerissenen Katalogberufe können wir hier wohl ausklammern, aber unterrichtend oder erzieherisch tätig werden können wir fast alle. Es gibt sicherlich etwas, das du gut kannst und was du anderen beibringen kannst. Sei es Nachhilfeunterricht, Personal Training, Schießkurse oder Musikunterricht. Was kannst du gut, was du anderen für Geld beibringen kannst? Was würdest du gern so gut können, dass du es anderen für Geld beibringen kannst?
 
Gewerbebetrieb könnte z.B. dein Online-Shop sein, den du nebenbei von zuhause aus betreibst. Nicht um Amazon Konkurrenz zu machen, sondern um eine spezifische Nische zu bedienen, die sonst kaum jemand bedient. Das korrespondiert wieder stark mit deinen Interessen und deinem Fachwissen. Das muss an dieser Stelle hier sowieso nochmal gesagt werden: Alles, was wir hier besprechen, korrespondiert stark mit dem dritten Tactical Virtue nach Jack Donovan: Mastery (= Kompetenz). Um so mehr du weisst und kannst, um so mehr Kompetenzen du entwickelt hast, um so mehr Möglichkeiten hast du, Geld zu verdienen. 
Neben einem Online-Shop ist aus meiner Sicht insbesondere gewerblicher Grundstückshandel für uns relevant. Grundstückshandels schließt die darauf befindlichen Immobilien mit ein. Auch wenn du z.B. eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus kaufst, renovierst, und wieder verkaufst, spricht man steuerlich von Grundstückshandel. Ich halte das für besonders relevant, da jeder Mensch wohnen muss und kein anderes menschliches Grundbedürfnis so leicht geschäftlich zugänglich ist - beispielsweise im Vergleich zur Nahrungsmittelproduktion.
 
Das bringt uns zu Vermietung und Verpachtung. Auch hier befriedigst du das menschliche Grundbedürfnis nach Wohnraum. Vermietung ist im Regelfall langweiliger und sicherer als der Handel mit Immobilien. Anstatt viel Geld in kurzer Zeit umzusetzen, geht es hier um langfristige Zahlungsströme. 
 
Stell dir mal vor, dir gehören ein paar Wohnungen. Jeden Monat überweisen deine Mieter ihre Miete auf dein Konto, die Hausverwaltung zieht ihre Gebühren ein, alle paar Monate die Stadt die Grundsteuer und, bis die Wohnung abgezahlt ist, die Bank ihre Rate.
Jeden Monat bleibt ein bisschen was über, das legst du für Steuern und Reparaturen zur Seite. Ab und zu ziehen Mieter aus, du musst die Wohnung neu vermieten. Ab und zu geht etwas in einer Wohnung kaputt, du musst Geld für die Reparatur aufwenden. Ab und zu nerven dich Mieter oder Hausverwaltung mit irgendwelchen Spinnereien. Aber du weisst, während du täglich zur Arbeit gehst, dass im Hintergrund dein Vermögen wächst, und so Gott will, irgendwann der Tag der letzten Rate kommt und du von deinen Mieteinnahmen leben könntest. 
 
Weil du ein ungeduldiger Mensch bist und der Tag der letzten Rate nicht schnell genug kommen kann, hast du mit ein paar Freunden noch eine GmbH zum Handel mit Immobilien gegründet. Ihr kauft abgerockte Buden, renoviert die und verkauft die wieder. Manche Deals laufen gut, manche schlecht, aber über die Jahre kommen einige Euros zusammen. Die ihr euch aus steuerlichen Gründen langsam als Gehälter auszahlt. Dieses Geld legst du immer zur Seite, so dass du zur Zinsanpassung der Darlehn, mit denen du deine Wohnungen gekauft hast, einen Großteil deiner Restschulden zurück zahlen kannst. 
 
Und so kommt plötzlich der Tag, an dem du morgens aufstehst und realisierst: Ich kann machen was ich will. Ich kann zur Arbeit gehen - oder mich auf mein Motorrad setzen und der Sonne entgegen fahren.