Warum du deine Ziele nicht erreichst

 

Warum haben sich in der Menschheitsgeschichte Millionen von Menschen in Kriegen für ihr Land, ihren König oder ihren Gott geopfert, während gleichzeitig so wenige Menschen konsequent für ihr eigenes Glück kämpfen? Wahrscheinlich deshalb: Wenn ich mich für Etwas opfere, ist mir dieses Etwas wichtiger als mein Selbst. Und dieses Etwas, historisch gesehen eben meist Gott, König, Vaterland, wird auch von anderen als wichtig angesehen. Dadurch hat meine Aufopferung natürlich social proof. Ich habe gefühlt auch weniger Verantwortung für mein Tun, denn da ist ja dieser externe Grund für mein Handeln, es kommt ja nicht von mir selbst.

 

Anders sieht es aus, wenn ich meine eigenen Ziele verfolge. Da hab ich die volle Verantwortung, kann nichts externes wie z.B. "die Firma" oder "mein Chef" vorschieben.

 

Und dann ist da die Frage, ob ich und mein Ziel es mir wert sind. Was nun eben nicht mehr von anderen bestimmt wird. Bei der Frage, ob das Ziel es mir wert ist, geht es einfach darum, wie opferbereit ich bin. Bin ich bereit, alles nötige zu tun? Und eben nicht theoretisch, online oder auf dem Papier, sondern tatsächlich, im echten Leben. Die äußere Schlacht.

 

Bei der Frage, ob ich es mir wert bin, das Ziel zu erreichen, geht es um die innere Schlacht. Wie überzeugt bin ich davon, dass ich das verdient habe? Rede ich mir das nur ein oder bin ich mir sicher? Sabotiere ich mich selbst?

 

Ist es möglich, dass jemand zwar bereit ist, alle nötigen Opfer zu bringen, aber sich selbst es nicht wert ist, und es nur deswegen nicht tut? Ich denke ja.

 

In seinen 12 Rules for Life beschreibt Jordan Peterson u.a., wie Menschen im Durchschnitt ihren Haustieren zuverlässiger deren Medizin geben als sie selbst die ihnen verschriebene nehmen. Sich also besser um ihre Haustiere kümmern, als um sich selbst. Was ja auch aus Perspektive des Haustieres schlecht ist, da es vom Menschen abhängig ist. Und der Grund dafür liegt offensichtlich nicht darin, dass es schwieriger ist, selbst eine Pille zu schlucken, als sie einem Tier zu geben. Der Grund ist, dass niemand unsere Fehler, Schwächen und Sünden besser kennt als wir selbst. Also bestrafen wir uns. Nicht aktiv, sondern ganz unauffällig und langsam, durch Unterlassen. Nehmen unsere Medizin nicht, kümmern uns nicht um Körper und Geist, lassen uns selbst im Stich.

 

Dabei ist das Leben doch so schon oft hart genug. Jeder hat auch Probleme, die er nicht zu verantworten hat. Warum sich nicht auf deren Lösung konzentrieren anstatt es noch schlimmer zu machen?

 

Denn trotz allen Verfehlungen, all der alltäglichen menschlichen Schwäche, allem Schlechten, tun Menschen auch jeden Tag Gutes, lieben, überwinden, sind stark.

 

Wir verdienen, du verdienst, etwas Respekt.

 

Behandle dich entsprechend.