4 Axiome

1. Es ist nicht egal wie man sein Leben lebt. Wenn das nicht wahr wäre, wäre jedes Streben nach Verbesserung sinnlos, man könnte einfach auf der Couch liegen bleiben und sein Leben mit Pizza, Bier und Netflix verbringen. Nichts hätte Bedeutung. Aber es ist nicht egal. Es gibt richtig und falsch, gut und böse, wahr und unwahr. Und nein, das ist eben nicht alles subjektiv. Aber wen interessiert es denn wenn ich mein Leben verschwende? Wenn dich selbst das nicht genug interessiert, um deinen Arsch hochzukriegen, dann denk doch mal an all die Menschen, deren Leben du beeinflusst. Du bist entweder ein positiver oder ein negativer Einfluss, niemals neutral. Aber ich schade doch niemandem mit der Verschwendung meines Lebens! Doch, weil du somit ein weiteres Beispiel dafür setzt, dass es ok ist. Dass das genug ist. Dass das das Leben ist. Und damit beeinflusst du deine Mitmenschen, ob du willst oder nicht.

 

 

2. Es ist deine Veranwortung es besser zu machen. Wenn die Dinge in der Scheiße stecken, mag das vielleicht nicht deine Schuld sein, vielleicht warst du bei der Verursachung völlig unbeteiligt oder noch nicht mal geboren. Aber Verantwortung ist nicht Schuld. Wenn jemand ein Baby vor deine Tür legt oder einen Passanten überfährt oder oder oder ist es ab dem Moment, in dem du das mitbekommen hast, deine Verantwortung zu helfen. Auch wenn du komplett unschuldig bist. Natürlich kannst du nicht gleichzeitig Aids heilen, den Terrorismus bekämpfen und Brot für die Welt backen. Aber irgendwas kannst du tun. Bei dir vor Ort, für Menschen, die dir wichtig sind.

 

 

3. Realität gibt einen Scheiß auf deine Meinung. Ob du etwas ungerecht, verwerflich oder gemein findest interessiert keine Sau. Klar, du findest sicherlich genug Gleichgesinnte, mit denen du ordentlich ablästern und schimpfen und jammern kannst. Aber hat sich dadurch igendetwas verbessert? Versuch doch erstmal zu verstehen, warum die Dinge sind wie sie sind. Wenn du dann feststellst, dass man da wirklich etwas ändern sollte, siehe Punkt 2.

 

 

4. Du bist bereits tot. Wenn du es dann von der Couch ins Leben geschafft hast, kommst du wahrscheinlich recht bald an einen Punkt, wo du innerlich genau weisst, was du tun musst. Tun müsstest, solltest, eigentlich, wenn du mal Zeit hast. Also findest du Ausreden und überzeugst dich selbst mit klugen Argumenten, warum das leider nicht umsetzbar ist. Der einzige echte Grund ist natürlich Angst. Und alle Angst ist letzlich Angst vor dem Tod. (Ein gutes Beispiel dafür ist die Angst vor sozialer Zurückweisung oder Ausgrenzung: Evolutionär betrachtet haben wir den Großteil unserer Geschichte in kleinen Gemeinschaften gelebt, in Familien, Clans, Stämmen und kleinen Dörfern. Und wenn du aus so einer kleinen Gemeinschaft ausgestoßen wurdest - viel Spaß beim Sterben alleine in der Wildnis, so richtig mit Säbelzahntiger und ohne Smart Phone! Natürlich ist das heute nicht mehr so, aber das ist in deiner DNA noch nicht so ganz angekommen.) Wie also mit der Angst umegehen? In dem du den Tod akzeptierst und dich innerlich schon mal mit ihm anfreundest, denn du wirst verdammt lange tot sein. Und wenn du da genug drüber meditiert hast, und mit deinem Kumpel Tod zusammen über seine schlechten Witze lachen kannst, wirst du keine Angst mehr haben und frei sein, alles zu tun.